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Die Jokkmokk-Winterkonferenz 2011
Wolfgang Mehl; Kenneth Melamed – Buergermeister der kan. Gemeinde Whistler; Silva Herrmann; Kronprinzessin Victoria von Schweden; Stefan Andersson – Bürgermeister von Jokkmokk und Per-Ola Eriksson – Landshövding in Norrbotten
Nikolas Sellheim/ Ylva Maria Pavval

Die Jokkmokk-Winterkonferenz 2011

Umgeben von den nordskandinavischen Wäldern begrüßt die Gemeinde Jokkmokk im schwedischen Lappland seit 2008 jährlich die Besucher der Winterkonferenz. Im Mittelpunkt der vierten Jokkmokk-Konferenz standen „Pathways to Sustainable Northern Communities – Regional Empowerment for Change“ und damit die Frage nach effektiven Möglichkeiten für Kommunen, Gemeinden und andere regionale und lokale Körperschaften, um über lokale Lebensmittel- und Energieproduktion die Klimapolitik zu beeinflussen, um Nachhaltigkeit zu erreichen.

230 Teilnehmer aus 23 Nationen – Schüler, Studierende, Repräsentanten der indigenen Bevölkerung, junge und erfahrene Forscher, Umweltgruppen, Gewerberepräsentanten sowie Politiker von regionaler bis internationaler Ebene – nahmen an der Konferenz teil. Eröffnet wurde sie mit kurzen Präsentationen, die dringende Fragen der Klimaveränderung und der damit assoziierten Ressourcenausbeutung in der Arktis beleuchteten. Pär Holmgren, ehemaliger Meteorologe des Schwedischen Fernsehens und Buchautor, präsentierte neueste Forschungsergebnisse über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Arktis.

Besonders betont wurde von den Referenten die Bedeutung der Kommunen und der lokalen Bevölkerung zur Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung. Ilan Kelman vom Centre for International Climate and Environment Research in Oslo (CICERO) verdeutlichte die Verantwortung der Kommunen und ihre Möglichkeiten, diese wahrzunehmen. Theoretische Aspekte von Demokratie und Macht in der Klimapolitik wurden von Lassi Heininen vom Northern Research Forum (NRF) angesprochen. Um die Teilnehmer aktiv zu beteiligen und ihnen die Chance zu geben, selbst Lösungen zur nachhaltigen Entwicklung zu finden, wurden parallel vier Workshops angeboten, die sich mit lokaler Lebensmittelproduktion, „best practice“-Beispielen im Klimaschutz, nationalen vs. allgemeinen Interessen in der Barentsee-Region sowie Machtperspektiven im Klimawandel beschäftigten. Die Ergebnisse der Workshops wurden unter besonderer Berücksichtigung ökonomischer Aspekte der nachhaltigen Entwicklung in den nördlichen Gebieten im Plenum besprochen.

Auf der Tagesordnung standen zudem Fragen der Ökonomie des Klimawandels und des ökonomischen Nutzens nachhaltiger Energieproduktion auf lokaler und regionaler Ebene. Vertieft wurde die Diskussion zu lokalen Strategien für nachhaltige Entwicklung und erneuerbare Energien als Maßnahme zur regionalen Entwicklung zur Zeit des Klimawandels an runden Tischen. Zu den Teilnehmern an einem Roundtable über indigene Perspektiven auf nachhaltige Entwicklung gehörten u.a. auch Schwedens Kronprinzessin Victoria, die Botschafter Russlands und Kanadas in Schweden sowie Ken Melamed, Bürgermeister der Gemeinde Whistler, die die Olympischen Winterspiele 2010 beherbergte.

Ein weiterer Fokus der Konferenz lag auf der lokalen Lebensmittelproduktion sowie dem (Öko)Tourismus in der Arktis. Der Bürgermeister von Whistler machte die Verbindung zwischen Nachhaltigkeit und Tourismus am Beispiel der Olympischen Winterspiele 2010 deutlich. Die Bedeutung der samischen Lebensmittelproduktion wurde durch Dan Jonasson und Ol-Johán Sikku vom Sámiid Riikkasearvi - Svenska Samernas Riksförbund (Landesverband der schwedischen Samen) - erläutert.

In ihrer Abschlussrede unterstrich Kronprinzessin Victoria die Bedeutung der jüngeren Generation im Diskurs um nachhaltige Entwicklung und die Minderung der Folgen des Klimawandels. Das Ende der Winterkonferenz markierte den Beginn des seit 400 Jahren stattfindenden Jokkmokk-Wintermarkts, der ganz im Zeichen traditionell samischer Kultur und Produkte steht.

Nikolas Sellheim

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