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Vilde Frang

Zusammen Musizieren ist das Beste

(c) M. Borggreve

KULTURHUS BERLIN: 2018 hat für dich mit einer Reihe an Konzerten, auch im Duo und Trio angefangen. Du hast im Januar in Amsterdam, in Oslo und in Deutschland (Neumarkt und München) gespielt, und zwar mit Deinen Partnern am Cello und Klavier. Auf dem Programm standen Bartók, Kodaly, Schumann, Ravel und Dvořák. Habt ihr vorher schon oft zusammen musiziert?

Vilde Frang: Oh ja, natürlich, wir treten schon seit Jahren gemeinsam auf. Ich genieße das sehr. Meine Partner sind der deutsch-französische Cellist Nicolas Altstaedt und der Pianist Alexander Lonquich. Wir haben gerade eine Minitour zusammen beendet.

KULTURHUS BERLIN: Hast du eine Präferenz, spielst du lieber Kammermusik oder trittst du lieber mit großen Orchestern und berühmten Dirigenten, wie im Dezember mit den Berliner Philharmonikern (Dirigent war Iván Fischer), auf großen Bühnen auf?

Vilde Frang: Das ist schwer zu sagen, denn es sind zwei völlig unterschiedliche Dinge, ob man mit Orchester spielt oder Kammermusik macht. Ich kann gar nicht sagen, was ich bevorzuge. Momentan, nach ungefähr 10 Jahren als Solistin, habe ich eine gewisse Routine auf den großen Bühnen entwickelt. Kammermusik spielen ist natürlich viel intimer. Man kommt einander sehr viel näher und man braucht die gesprochene Sprache gar nicht mehr. Man kann tatsächlich miteinander durch das Spielen kommunizieren. Ich versuche, in meinem Terminplan während des Jahres so oft wie möglich die Kammermusik unterzubringen. Aber mir gefällt wirklich beides sehr. Mir macht es großen Spaß auf den Festivals im Sommer zu spielen. [Anm. d. Red: Vilde wird u.a. beim Lockenhaus Festival in Österreich spielen]. Zusammen musizieren ist das Beste.

KULTURHUS BERLIN: Du hast im Dezember Béla Bartók's Violinkonzert Nr. 1 in der Berliner Philharmonie gespielt. Dieses Konzert hatte Bartók ursprünglich seiner jungen Liebe, der Geigerin Stefi Geyer gewidmet. Die hat ja seine Liebe nicht erwidert. Wie viel Raum lässt die Komposition für deine eigene Interpretation?

Vilde Frang: Das ist keine leichte Frage. Natürlich habe ich mich sehr intensiv mit dem Stück beschäftigt. Wenn man anfängt, ein Werk einzustudieren, lernt man es auf eine emotionale Weise sehr gut kennen. Und je mehr man über ein Stück weiß, desto größer sind deine Möglichkeiten, es zu gestalten. Auf der Bühne ist es meine tiefe Motivation, mit ganzer Kraft zu spielen. Es macht den Weg frei für eine Form von Ehrlichkeit.

KULTURHUS BERLIN: Du bist in den letzten Jahren als Solistin mit vielen berühmten Orchestern (u.a. Berliner Philharmoniker, Leipziger Gewandhausorchester, Mahler Chamber Orchestra, Orchestre de Paris, NHK Symphony Orchestra Tokyo) aufgetreten. Im Februar trittst du in Pittsburgh und Seattle auf. Bist du manchmal immer noch ein klein wenig nervös bei diesen Auftritten?

Vilde Frang: Natürlich ist es für mich eine große Ehre mit so großen Orchestern und Künstlern zu spielen. Ich glaube, wenn man ein großes Konzert gibt, dann muss man ein kleines bisschen nervös sein. Man muss den „rush“, das Adrenalin spüren. Ich würde es als einen nützlichen Wirkstoff für den Auftritt bezeichnen. Man muss auf die Bühne gehen, als sei es das erste Mal. Und man muss spielen, als sei es das letzte Mal.

KULTURHUS BERLIN: Was hältst du von der Elbphilharmonie, die vor einem Jahr in Hamburg eröffnet wurde? Bist du dort schon aufgetreten?

Vilde Frang: Ja, ich habe dort im letzten Jahr ein Konzert gegeben. Es ist ein fantastisches, großes Haus, aber es herrscht dort eine sehr intime Atmosphäre. Ich freue mich sehr auf das Konzert dort im Juni. [Anm. d. Red: Vilde spielt Schumann am 19. und 20. Juni in Hamburg.]

KULTURHUS BERLIN: Zuletzt würden wir dich gern um eine musikalische Empfehlung bitten. Welche nordische Komposition oder welches klassische Stück aus Skandinavien würdest du unseren Lesern, Skandinavien-Fans, empfehlen?

Vilde Frang: Das ist wirklich schwer zu sagen. Da fallen mir jetzt wahnsinnig viele Stücke ein. Was mir im Zusammenhang mit Norwegen einfällt, ist das Opernhaus in Oslo. Es ist wunderschön am Wasser gelegen und es ist ein traumhaftes, ganz weißes Gebäude, wunderschöne Architektur! Das würde ich wirklich als Besuch empfehlen. Man muss gar nicht reingehen, sondern kann einfach auf dem Dach herumlaufen.

Wer die Interpretationen von Vilde Frang hören möchte, dem sei unbedingt das aktuelle Album „Homage“ (Warner Classics) empfohlen, das sie gemeinsam mit dem argentinischen Pianisten José Gallardo eingespielt hat.

Das Interview führte Hanna Beutler-Gross

KULTURHUS BERLIN verlost 2x2 Freikarten für das Konzert mit Vilde am 15.06.18 im Konzerthaus Berlin!

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