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Känn ingen sorg

Sex, Drugs & Singer/Songwriter.

Ein Film über Musik und alles Menschliche.

Zuerst einmal: Dieser Film begeistert. Basierend auf den Liedern des schwedischen Singer/Songwriters Håkan Hellström bringt das Regisseursduo Måns Mårlind/Björn Stein ein wahres Wunderwerk auf die Leinwand. Der geneigte Zuschauer findet alles, was einen guten Film ausmacht: Liebe, echte und falsche Freundschaft, große Gefühle, Gewalt, Sex, Drogen, Spannung, schräger Humor und Musik. Gab es alles schon? Ja sicher, aber nicht so! Bringt der Zuschauer auch noch ein wenig Begeisterung für Musik mit oder ist sogar selber Musiker, wird es ihm nicht schwer fallen, sich in die Hauptfigur Pål (überragend gespielt von Adam Lundgren) hineinzufühlen. In ähnlichen Dimensionen, wie dem sensiblen Pål ein außergewöhnlich großes musikalisches Gespür und Talent mitgegeben ist, wird hier der Albtraum vieler Musiker eindrucksvoll dargestellt: das Lampenfieber, die Schockstarre und die darauf folgenden Übersprungsreaktionen.

In stimmungsvollen, farblich sehr warm und harmonisch gestalteten Bildern begleitet der Film den Protagonisten auf seinem Lebensweg. Wir werden Zeuge, wie er ein ums andere Mal scheitert: teils komisch, teils tragisch, teils grotesk. Sein Lichtblick und seine Hoffnung, diesem Teufelskreis aus musikalischer Genialität und Versagensangst zu entkommen, ist Eva: Die burlesk anmutende Schönheit entdeckt Påls musikalisches Talent und überredet ihn, als Schlagzeuger, Komponist und Texter in ihre Band einzusteigen. Ihrer geheimnisvollen Ausstrahlung und Anziehungskraft erlegen und vom Wunsch beseelt, endlich seinen Durchbruch zu schaffen, geht er auf ihr Angebot ein. Dabei verliert er sich immer mehr in seiner Faszination für die mysteriöse Sängerin und vernachlässigt das, was für ihn - neben der Musik - immer das Wichtigste im Leben war: seine besten Freunde Lena und Johnny. Diese oft verwirrende Vierecksbeziehung bildet das Grundgerüst der Handlung. Zwischen Verliebtheit, Ehrgeiz, Freundschaft und Loyalität hin und her gerissen kämpft sich die Hauptfigur durch eine Fülle von Herausforderungen, deren Spektrum vom Bestreiten des Lebensunterhalts über das Älterwerden, Drogenschmuggel und Kickboxen bis hin zur Konfrontation mit den innersten Ängsten und dem Umgang mit schmerzlichen Verlusten reicht. Sehr viel Stoff für 119 Minuten? Sicherlich, aber wer den Film einmal gesehen hat, möchte keine davon missen.

Es ist nicht alleine die gut ausgearbeitete Story, die diesen Film so besonders macht. Alle Komponenten fügen sich aufs Vortrefflichste zusammen: die Musik unterstreicht die jeweiligen Stimmungen, Lichtsetzung und Kameraführung harmonieren miteinander und verleihen dem Film eine zuweilen sogar märchenhafte Stimmung. Über weite Strecken hat man das Gefühl, in einem zauberhaften Indie-Musikvideo gefangen zu sein. Also: Diesen Film sollte man auf keinen Fall verpassen!

Michael Wietholt

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