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Monica Z - Ein Walzer für Monica

Einen berühmten Weltstar in einem Biopic darzustellen, ist immer ein großes Wagnis. Eigentlich kann man da nur verlieren, niemals heranreichen an die Aura, an das Zeitgefühl und vor allem an die Stimme. Die schwedisch-isländische Schauspielerin Edda Magnason ist dieses Wagnis eingegangen und hat dabei über alle Maßen überzeugt. Nicht nur, dass sie der schwedischen Jazzsängerin Monica Zetterlund ähnelt, sich wie sie bewegt und den musikalischen Zeitgeist der 60er Jahre wunderbar transportiert, nein: Sie trifft genau den richtigen Ton, der ganz ihr eigener ist, ohne dass Stimme und Erscheinungsbild irgendwie störend oder irritierend wirken. Das ist eine schauspielerische und musikalische Meisterleistung!

Ganz klassisch für das Genre beginnt der Film mit kurzen Rückblenden über das Leben der Monica Z. Wir sehen sie als Telefonistin, als Reisende im Bandbus, als Jazzdiva vor großem Publikum und als die starrköpfige Tochter, die raus will aus dem Kaff Hagfors, mehr will vom Leben als dort zu versauern. Dies geht natürlich nicht ohne Konflikte. Der Vater wendet sich voller Unverständnis von ihr ab, die Mutter hält sich – typisch für die damalige Zeit – aus allem raus und ihre kleine Tochter Eva-Lena muss immer wieder ohne Mutter auskommen. Monica Z verhält sich nicht konform, sondern muss, wie ihr Vater sagt, „immer auf den höchsten Ast klettern, anstatt sich wie die anderen mit einer niedrigeren Fallhöhe zu begnügen.“

Nach einigen Niederlagen gibt ihr der Erfolg schließlich Recht. Sie reüssiert als erste Jazzsängerin, die mit Texten von Beppe Wolgers den schwedischsprachigen Jazz salonfähig macht. So hören wir die tollen Stücke wie „Sakta vi gå genom stan“, „Trubbel“ von Olle Adolphson und „Monicas vals“ mit dem legendären Bill Evans Trio. Obendrein macht sie noch Karriere als Theater- und Filmschauspielerin.

Der technisch makellose Streifen hält keine Überraschungen parat. Dies wäre wahrscheinlich auch sehr schwierig, wenn nicht unpassend gewesen. Die zurückhaltende Erzählart, das sanfte Spiel mit Farben und Kameraeinstellungen sind ganz der Darstellung der großen Monica Z geschuldet. Sehr gut kommt dabei ihre seelische Zerrissenheit und ihre große Sehnsucht nach Anerkennung zum Ausdruck, begleitet von Alkoholexzessen und Tablettenmissbrauch. Aber Monica weiß selbst: Für so eine Karriere zahlt man einen hohen Preis.

Dieser Film ist ein absolutes Muss für Zetterlund-Fans. Er ist eine schöne und doch ungeschönte Würdigung einer Frau, die allen Unkenrufen zum Trotz die Bretter der Welt erobert und dafür alles gegeben hat. Was für ein Glück, dass ihre Musik weiterlebt!

Susanna Stempfle Albrecht

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