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Jag etter vind

Ausdrucksstarke Bilder – Berührende Erzählung

Das Geräusch einer Säge, ein Raum, der sich durch das Fällen eines Baumes erhellt, dann Stille. Ein Bild das für den Anfang des Films „Jag etter vind“ von Regisseur und Drehbuchautor Rune Denstad Langlo nicht geeigneter hätte sein können.

Der Zuschauer begleitet die junge Modedesignerin Anna (Marie Blokhus), die zur Beerdigung ihrer Großmutter von Berlin in ihr Heimatdorf in Norwegen zurückkehrt. Dort merkt sie, dass sie mit ihrer überstürzten Abreise vor ein paar Jahren nicht nur ihren Großvater Johannes (Sven-Bertil Taube) und ihren damaligen Freund Håvard (Tobias Santelmann) verletzt hat, sondern auch ihr die Flucht vor der Vergangenheit keinesfalls geglückt ist. So trifft sie mit ihrer lebendigen, teils ungestümen Art zunächst auf Verständnislosigkeit und vorwurfsvolles Schweigen. Anna wird gezwungen, sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen und stößt dabei nicht nur auf ihre eigenen Erinnerungen.

Durch die wechselnden Bilder von stillen, kaum beleuchteten Räumen hin zu eindrucksvollen Landschaftsaufnahmen wird der Geschichte, die das Davonlaufen vor schicksalsschweren Konflikten und die Unmöglichkeit, sich der bedrückenden Vergangenheit zu entziehen, thematisiert, zusätzlich Nachdruck verliehen. Die Tatsache, dass das gebrochene Schweigen für alle Beteiligten zur Befreiung wird, führt den Zuschauer zu der Erkenntnis, dass die Liebe und die Sehnsucht nach Ruhe und Frieden größer sind als das Gefängnis der Erinnerungen, oder das „Haschen nach Wind“, wie es im Titel heißt.

„Jag etter vind“ ist ein emotionales Familiendrama mit viel Herz und Humor. Die eigenwilligen und deshalb authentischen Charaktere sind alle auf ihre Weise liebenswürdig und bieten eine Vielzahl an Möglichkeiten der Sympathie und Identifikation. Insbesondere deshalb schafft es Rune Denstad Langlo, den Zuschauer mit seiner persönlichen Geschichte zu berühren.

Johanna Siebers

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