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Metalhead

Düsteres Drama mit beeindruckender Musik und tollen Bildern

Die junge Isländerin Hera (gespielt von Thorbjörg Helga Thorgilsdóttir) versucht, mithilfe von Metalmusik den Tod ihres Bruders zu verarbeiten, der bei einem Unfall mit einem Mähdrescher ums Leben kam. Hera, die den Unfall mit ansehen musste, versucht mit seinem Tod auf ihre Weise umzugehen. Sie verbrennt ihre eigene Kleidung und trägt fortan nur noch die Kleidung ihres Bruders und beginnt, seine Musik zu hören und selbst zu spielen. Ihr Bruder trug lange Haare, schwarze Kleidung und hörte Metal. Und hier bekommt der Titel des Films seine Bedeutung: Hera wird zum „Metalhead“ und will eine Band gründen, berühmt werden, das kleine isländische Dorf nördlich von Reykjavik verlassen, aber schafft dies zunächst nicht. Stattdessen verliert sie sich selbst, ist emotional gefangen und hat keine Zukunftsperspektive. Auf eindrucksvolle Weise zeigt der isländische Regisseur Ragnar Bragason, wie Hera und auch ihre Eltern mit dem Tod des Bruders zu kämpfen haben. Am Ende gelingt es Hera und ihren Eltern, nachdem Hera die Dorfkirche angezündet hat und fast in einer Hütte erfroren wäre, mithilfe des Heavy Metal hörenden Pastors und dreier norwegischer Metalheads wieder einen Sinn im Leben zu sehen und die Trauer zu bewältigen. Denn das Leben geht weiter!

Das Drama Metalhead (Original: Málmhaus) handelt von Trauer, Tod und dem Erwachsenwerden und lässt diese bedeutenden, emotionalen Themen brillant ineinander fließen. Das düstere, ernste Drama, welches aber den Zuschauer auch öfters zum Lachen bringt, besticht durch schöne Landschaftsaufnahmen, die überzeugende schauspielerische Leistung der Hauptdarsteller und den überragenden Soundtrack, der vor allem Metalfans zum Schwärmen bringen dürfte. Musik ist ein wichtiger Bestandteil des Films und diverse Songs bekannter Metalbands wie Judas Priest, Megadeth, Riot, Lizzy Borden, Savatage und Sólstafir sind während des Films zu hören. Auch die Hauptdarstellerin Thorbjörg Helga Thorgilsdóttir singt in dem Film einen von Petur Ben geschriebenen Song. Dieser auf Isländisch gesungene, sehr melodische Metalsong beeindruckte so sehr, dass der begabten Schauspielerin schon zwei Angebote von Metalbands vorliegen. Hoffentlich tritt sie in Zukunft auch musikalisch in Erscheinung, so lange sie dabei ihre Schauspielkarriere nicht vernachlässigt. Wer nun aber Angst hat, dass die Kühe – die Handlung spielt sich hauptsächlich auf einem Bauernhof mit Milchwirtschaft ab – einen Hörschaden erlitten haben, als Hera mit ohrenbetäubender Lautstärke im Kuhstall übte, den kann man beruhigen. Die Musik wurde erst im Nachhinein eingespielt, so dass keine Kühe zu Schaden kamen, auch nicht die für den Film gecastete Metalkuh, die aufgrund ihres schwarz-weißen Fells extra von einem benachbarten Bauernhof für die Dreharbeiten an den Drehort gebracht wurde.

Der Film kommt mit wenigen Worten aus und überzeugt durch beeindruckende Filmaufnahmen und viele Emotionen. Das ernste Thema wird mit einer gehörigen Portion Komik und einigen überraschenden Momenten versetzt und ist absolut sehenswert – nicht nur für Metalfans!

Heike Imken

METALHEAD im NORDISCHEN FILMKLUB

Der NORDISCHE FILMKLUB zeigt METALHEAD am 19. November 2014 um 19:00 Uhr im Felleshus der Nordischen Botschaften als Preview zum deutschen DVD-Start am 28. November.

>>> Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier

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15:00 - Joik – die Stimme Sápmis und der Samen!
Ein Workshop mit Simon Issát Marainen präsentiert von KULTURHUS BERLIN, die Volkshochschule Pankow und Nutti Sámi Siida (Čohkkiras /Jukkasjärvi)

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