Datenschutzerklärung   Kontakt/Impressum  Suche       Druckansicht
   

Jörgen Stenberg
Zur Band gehören: Jörgen Stenberg - Gesang, Daniel Wikslund - Violine, Jonas Strandgård - Gitarre, Lars Arctaedius - Gitarre, Nils Johansson - Bass, Elfrida Bergman - Trompete | Foto (C): Umeå2014
CD - erschienen im Herbst 2013

Jörgen Stenberg ist Same aus Malå in der schwedischen Provinz Västerbottens län, das ist in der historischen Landschaft "Lappland". Er ist als Same Angehöriger der Ursprungsbevölkerung Nordeuropas und aktiver Renzüchter und Vorsitzender der örtlichen Samenvereinigung in Malå.

 

Warum hat sich die Fertigstellung der CD um mehrere Jahre verzögert?

Jörgen Stenberg: Ich habe an der Platte zu wiederholten Malen gearbeitet und dadurch wurde es schwer, mit dem kreativen Vorankommen. Es ist notwendig, ohne Unterbrechung in diesen Prozess hinein zu gehen - es ist schwer, den Faden nach mehreren Monaten wieder aufzunehmen, man ist mental nie an der selben Stelle, wie vorher.

Was hat Dich dazu gebracht, die CD fertig zu machen?

Jörgen Stenberg: Vor einigen Jahren hatte ich für die CD einen Zuschuss beim "Sametinget" beantragt und auch bekommen. Als sie anfingen mich mit der Lötlampe zu jagen, packte ich die ganze Sache an. Das war es und der Auftritt bei den "Sápmi-Awards" im vorigen Jahr. Damals spielte ich zum ersten Mal mit den Musikern, die auf der CD mit dabei sind.

 

Du spielst kein Instrument und kannst keine Noten - wie funktionierte das, die Arrangements zu machen?

Jörgen Stenberg: Ich fühle mich ungeheuer glücklich gestellt, dass ich Mattias Svan habe, der mein Gebrummel übersetzen kann und es versteht und es vermittelt und außerdem die Arrangements macht. Und dann hatte ich fantastische Musiker, um mit ihnen zu spielen.

Wo holst Du die Inspirationen für die Joiks?

Jörgen Stenberg: Aus dem Alltäglichen, vor allem aus dem Wald, in dem die Rene weiden. Zwei Joiks auf der CD sind sehr persönlich. Es fühlte sich nicht immer ganz normal an, sie mit der Öffentlichkeit zu teilen. Aber schließlich begannen sie, zu den Menschen kommen zu wollen und so kam es dann.

Du bist auch ein tüchtiger Sänger. Warum singst Du auf der CD nicht?

Jörgen Stenberg: Ich könnte niemals eine CD mit Gesang herausgeben. Aus meiner Sicht ist das Traditionelle wichtig, die kulturelle Grundlage. Sie ist es, wovon wir völkerrechtlich ausgehen müssen. Darum bin ich nur auf Joik ausgerichtet, auch wenn das Singen liebe.

Was ist das für ein Gefühl, mit der Scheibe fertig zu sein?

Jörgen Stenberg: Etwas merkwürdig, denn ich fühle mich nicht ganz fertig mit der Musik. Die Aufnahme hat den Zustand eingefroren, so, wie es sich gerade in dem Moment angehört hat. Aber wenn wir jetzt spielen, kann es auf ganz andere Weise klingen. Der Prozess geht mit den Melodien weiter und das ist auf gewisse Weise irgendwie schön.

Gibt es jetzt Promotion und Gastspielreise?

Jörgen Stenberg: Ich habe keine solchen Pläne, das hier ist trotz allem nur ein Teil meines Daseins. Ich bin zuallererst Renhirte. Gewiss liebe ich es, auf der Bühne zu stehen, das gibt eine unglaubliche Energie, aber das ist nicht mein Ziel, das mit dem Musikmachen.

 

Das Interview erschien auf Schwedisch in "Samefolket" 8-9/2013. Wir danken für die freundliche Genehmigung, es auf www.kulturhusberlin.de zu veröffentlichen.

Das Interview führte Annika Rydman. Übersetzung hj gruda

 

Video

Das Video finden Sie auf https://www.youtube.com/watch?v=Dio5UmNH58Q.

 

"Lussas biejvijde - Tunga Dagar" (Schwere Tage): Das Stück ist auch auf der CD von Jörgen Stenberg zu hören.

Unsere aktuellen Veranstaltungen

Oktober - 2018
M D M D F S S
01 02 03 04 05 06 07
08 09 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 31  

Keine News in dieser Ansicht.

Logo des Kulturhus Berlin e.V. KULTURHUS BERLIN | Tel (Mo-Mi/Fr): +49.(0)30.2093-4952 | Email: info (at) kulturhus-berlin.de